5. September 2018

Chris Dels 70.3 Weltmeister in Südafrika

Rund 4500 Athleten aus aller Welt trafen sich am Wochenende in Isuzu (Südafrika) zur Weltmeisterschaft im Triathlon über die Mitteldistanz. Es mussten 1,9km im Meer geschwommen, 90km auf dem Rennrad zurückgelegt und abschließend 21km gelaufen werden.
Christopher Dels (IfA Nonstop Bamberg) war mit großen Zielen angereist. Wochenlang hat er sich im Training geschunden und fast jede freie Minute dem Ziel untergeordnet, bei der WM auf dem Podest zu stehen. Die Konkurrenz war groß, in seiner Altersklasse (M30-34) standen 400 Mitbewerber um die Medaillenränge am Start. Und das Rennen begann nicht optimal für den Bamberger. Im Wasser verlor er schnell den Anschluss an die Spitzengruppe. Dels bewahrte aber die Ruhe im Wissen, dass seine starken Disziplinen noch kommen. Nach knapp 28 Minuten verließ er das Wasser lediglich als 50. Immer bestens über den Rückstand zur Spitze von seinem Team um Trainer Sven Sundberg informiert, machte er von Anfang an Druck auf dem Rad und fuhr teilweise über seinen Vorgaben, um mit den Top-Radfahrern mitzuhalten. Doch nach einiger Zeit musste er abreißen lassen, bis er eine Gruppe fand, die sich in der Führungsarbeit abwechselte, sodass er nicht mehr ganz ans Limit gehen musste. Nach 2:19 Stunden stieg Dels vom Rad, viele Plätze hatte er aufgeholt, allerdings war er noch nicht in den Top Ten und hatte bereits 7 Minuten Rückstand auf den Führenden. Nach dem ersten Kilometer sorgte Sundberg mit dem wütenden Ruf „schau jetzt bloß, dass Du läufst!“ dafür, dass sein Schützling den Turbo zündete. Sein Team fütterte ihn immer mit Zwischenzeiten und aktuellen Platzierungen, nach 5km war er bereits Neunter und schneller unterwegs als alle vor ihm. Nach 15km lag er schon auf dem 5. Platz, und weiterhin hielt er das Tempo von 3:30 min/km und überholte viele Athleten, ohne genau zu wissen, ob diese zu seiner Altersklasse gehören. Erst 2km vor dem Ziel kam die Erlösung durch seinen Trainer, der ihm zurief „Du hast es, lauf es heim“!. Das beflügelte ihn nochmals, er sprintete nach sagenhaften 1:14:23 und in der Gesamtzeit von 4:06:30 ins Ziel, wo er sich nach dem Jubel erstmal in eine ruhige Ecke setzte um zu realisieren, dass er gerade Weltmeister im Triathlon geworden ist. Und er sollte einer von nur zwei Deutschen sein, die sich diesen Titel an diesem Tag holten. Der andere heißt Jan Frodeno, Olympiasieger von 2008, der das Rennen der Profis für sich entschied. hs

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