Deutsche Meisterschaften in Grimma / Bericht von Tobias Poßer

Die DM in Grimma war eine Veranstaltung über drei Tage. Am Freitag Mittag startete das Unternehmen mit der Anreise nach Grimma in der Nähe von Leipzig. Dort traf ich mich mit den restlichen Bayern zur Pastaparty und dann am Abend zum Einmarsch der Bundesländer mit der offiziellen Eröffnung der DM für Jugend und Junioren 2014. Am Samstag Morgen stand dann eine Streckenbesichtigung der Radrunde auf dem Programm. Wir alle fuhren zusammen die Radrunde und bekamen vom Landestrainer Tips zur optimalen Linienwahl, außerdem begutachteten wir die beiden Wechselzonen für den Wettkampf am nächsten Tag. Am Nachmittag starteten die ersten Wettkämpfe für die Jugend A und Junioren und wir waren zum Anfeuern für die Bayerische Mannschaft an der Strecke. Zum Abendessen dann die obligatorischen Nudeln und danach der Versuch bei den tropischen Temperaturen und der enormen Nervosität wenigstens ein bißchen zu schlafen. Der Sonntag begann um 5:30 Uhr mit meinem unverzichtbaren Nutellafrühstück und im Anschluß das routinemäßige Vorbereiten auf en Wettkampf. Um 7.00 Uhr konnten die Laufschuhe in Wechselzone zwei abgegeben werden und danach machte ich mich auf den Weg zum Einchecken in der Wechselzone beim Schwimmstart. Wir Bayern hatten fortlaufende Startnummern und waren deshalb in der Wechselzone alle am gleichen Radständer. Beim Vorbereiten der Radutensilien versuchte jeder nach außen hin locker zu erscheinen, aber die Anspannung war allen ganz deutlich anzusehen. Endlich war es soweit wir konnten uns in der Mulde, einem aufgestauten Bereich des Flusses, einschwimmen und wurden nach kurzer Zeit wieder in den Vorstartbereich zurückgerufen. Nach endlos erscheinenden Minuten gab der Sprecher die Rampe frei und das Starterfeld von 78 Jugend B Triathleten versuchte möglichst schnell ins Wasser zu kommen um eine gute Ausgangssposition für den Start zu ergattern. Mit der Starthupe verwandelte sich der Fluss in eine schäumende Masse, in der nur vereinzelt Arme und bunte Badekappen zu erkennen waren. Bei der Schwimmstrecke waren zunächst 200 m flussaufwärts gegen die Strömung zu bewältigen, um dann nach der Wendeboje wieder in Fließrichtung zum Ausstieg zu schwimmen. Kaum Boden unter den Füßen, sprintete ich Richtung Wechselzone und konnte ein paar Meter vor mir einen meiner Mannschaftskollegen erkennen, auf den ich beim letzten Wettkampf 25 Sek Rückstand hatte. Ich war beim Schwimmen also ganz gut zurechtgekommen und jetzt wollte ich möglichst schnell aufs Rad um nach vorne zu fahren. Und dann passierte es, beim Aufsteigen löste sich ein Schuh aus dem Pedal und kugelte auf die Straße. Für mich bedeutete das anhalten, Rad anlehnen, zurückrennen, Schuh aufheben und anziehen, wieder zum Rad und erst dann – ca 35 Sek später – konnte ich meine Aufholjagd starten. Mit entsprechend Wut im Bauch legte ich los, weil die 12,5 km lange Radstrecke mit einem Berg, der dreimal zu fahren war, eigentlich richtig gut für einen starken Radfahrer wie mich war. Mehr oder weniger vom Ende des Feldes fuhr ich immer wieder auf einen kleinen Pulk auf, übernahm die Führung und löste mich aus der Gruppe um die nächsten Konkurrenten vor mir einzuholen. So arbeitete ich mich Stück für Stück auf den Radrunden nach vorne. In der Wechselzone zum Laufen war dann klar zu erkennen wie viele Wettkämpfer noch vor mir lagen und ich konnte irgend wie die gewohnte Laufleistung nicht abrufen. Ich sammelte den ein oder anderen vor mir noch auf den 2,5 km bis zum Ziel ein, aber einen weiteren entscheidenden Sprung nach vorne konnte ich nicht mehr realisieren. So lief ich ziemlich enttäuscht und unzufrieden mit einer Zeit von 37:32 Min ins Ziel, was letztendlich den 43. Rang für mich ergab.
Das war dann meine erste Deutsche Meisterschaft, nach einem guten Start mit dem Schwimmen – eigentlich meiner schwächsten Disziplin – dieses Pech mit dem Schuh, wodurch alle Möglichkeiten auf eine bessere Platzierung schon fast zu Beginn des Wettkampfes hinfällig waren.

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