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20. August 2014

Christian Hübner – 27km durch den Hohewarte-Stausee

Vor einigen Wochen lud der DRK-Kreisverband Saale-Orla e.V. zum Schwimmen um das Blaue Band im thüringischen Hohenwarte-Stausee ein, und zusammen mit 60 weiteren Ausdauersportlern stieg auch Christian Hübner (IfA Nonstop Bamberg) ins Wasser, wo er die 2000 Meter in 31:24min zurücklegte und sich als Sieger der M40 auch eines der blauen Bänder sichern konnte.

Für den Extremsportler Hübner, der vor einigen Jahren schon den Ärmelkanal durchschwommen hat, erwachte der Gedanke, den Hohenwarte-Stausee in seiner kompletten Länge über 27km zu durchschwimmen. Er setzte sich mit den Verantwortlichen der Wasserwacht Pössnitz in Verbindung, die sofort Feuer und Flamme für das Unternehmen war und gerne ein Begleitboot für die vermutliche Erstdurchquerung des sogenannten Thüringer Meeres stellen wollte. Im Vorfeld wurde auch die örtliche Presse aufmerksam, und ein ausführliches Interview sorgte dafür, dass Hübner während des Schwimmens sowohl vom Land als auch von einem vorbeifahrenden Schiff angefeuert wurde, wo der Kapitän die Gäste mit näheren Informationen zum Bamberger Ausdauersportler fütterte.

Geschwommen wurde nach den Regeln des Ärmelkanal-Schwimmens, im 21 Grad warmen Wasser war also kein Neoprenanzug erlaubt, ferner durfte das Begleitboot während des gesamten Schwimmens nicht berührt werden. Um 8:00 Uhr früh startete der lange Tag im Frühnebel vorbei an zahlreichen Anglern. Nach einem Drittel der Strecke wurde das Gewässer offener, die letzten 3km ging es praktisch übers offene Meer.

„Am Anfang war das Wasser eiskalt, später ging es“, sagte Hübner, kurz nachdem er aus dem Wasser kam. „Die Arme wurden irgendwann schwer und in den Beinen entstanden Krämpfe. Leichte Kopfschmerzen habe ich jetzt.“ Regen und Gegenwind erschwerten das Unternehmen. Doch schnell erholte sich der Extremsportler wieder von den Strapazen. Vor allem die Motivation aus dem Begleitboot hat ihm unheimlich geholfen, sodass er die 27km in 7:09 Stunden schaffte. Nach Angaben der Wasserwacht ist er der erste Mensch, der den Stausee so durchquert hat. Sein größter Wunsch nach dieser Strapaze: „Eine gute Thüringer Bratwurst“.

1-Tages-Alpencross: Mittenwald nach Riva <24h

Am vergangenen Donnerstag Nachmittag machten sich fünf Ausdauersportler der IfA Nonstop Bamberg (Mirco, Uwe, Norman und Moritz), sowie Mircos Freundin Jelena, mit dem Wohnmobil beladen mit Rennrädern auf den Weg nach Mittenwald. Dort sollte der Startschuss fallen zu einer etwas ungewöhnlichen Radtour mit Ziel in Riva am Gardasee. Das besondere daran: Das selbstgesteckte Ziel der Fünf, den Zielort binnen 24h zu erreichen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das eine Strecke von 312km mit 5400hm von Mittenwald über das Timmelsjoch nach Meran und von dort über Gampenpass, Andalosattel und Passo Ballino bis nach Riva del Garda.

So wurden vor Ort in Mittenwald die Energiespeicher gefüllt und nach einer äußerst kurzen Nacht um 1:00 Uhr am nächsten Morgen die Räder mit Lampen bestückt. Die Wettervorhersage verhieß nichts Gutes und so musste der geplante Start wegen eines Regenschauers um 1,5h nach hinten verschoben werden. Dass dann nach 5km das Navigationsgerät seinen Dienst verweigerte, und sich die Kurbel an einem der Räder löste, waren dabei noch die kleineren Probleme, die sich im Laufe des langen Tages einstellten.

Zitat: “EY JUNGS! Hab gerade die Route mit zwei Klicks gelöscht….” Von da an musste also die gute alte Old-School-Quäldich.de-Roadbook-Navigation herhalten!

Die ersten ca. 110km mussten größtenteils im Regen und bei Tiefstwerten um 4° C gefahren werden, und gipfelten schließlich auf 2509m bei Schneefall auf dem Timmelsjoch, dem ersten Zwischenziel und gleichzeitig höchsten Punkt der Tour.
Mit erforenen Zehen mussten erstmal die Speicher bei Kaffee, Kuchen und Cola aufgefüllt werden.

Von dort ging es nach rasanter Abfahrt mit erfrorenen Fingern und Zehen durch das schöne Pustertal Richtung Meran. Als nächstes wartete der Gampenpass mit gut 1500m auf die fünf Sportler. Nach gut 200km war somit schon ein Großteil der Strecke geschafft und mit dem Andalosattel und dem Passo Ballino lagen nur noch zwei „kleinere“ Hürden voraus. Dass auch solch vermeintlich leichte Alpenpässe es nach 250km und ca. 3500hm in den Beinen durchaus in sich haben, durften die fünf Athleten schmerzlich erfahren und so halfen nur haufenweise Energieriegel über die letzten Berge.
Das kleine Ziel Sonnenuntergang am Gardasee musste leider frühzeitig aufgrund der Regenverzögerung ganz zu Beginn der Tour gestrichen werden, was aber die Freude über den Anblick des nächtlich glitzernden Riva zu Fuße des Passo Ballino nicht schmälerte.
Geschafft aber glücklich erreichten die fünf Athleten nach ca. 19 Stunden, davon 15 Std. reine Fahrtzeit die Unterkunft in Riva. Nach einer Pizza am selben Abend und einem Sprung in den 13°C kalten Gardessee war der Heimweg nach Mittenwald am nächsten Morgen mit der italienischen Bahn und schmerzenden Beinen ein würdiger Abschluss einer abenteuerlichen Reise an den Gardasee.

3xPodest beim Triathlon in Erlangen

800 Sportler folgten am Sonntag der Einladung des TV 1848 Erlangen zum 30. Jubiläumstriathlon auf das Gelände am Rhein-Main-Donau-Kanal. Unter diese mischten sich auch einige erfolgreiche Bamberger Triathleten.

Als erstes fiel der Startschuß über die olympische Distanz, hier mussten 1,5km im Kanal geschwommen werden, bevor es auf die 40km lange Radstrecke und den abschließenden 11km-Lauf ging. Eine stärkere Strömung ließ schon im Wasser keine Topzeiten zu, später verlangte die schwüle Wärme den Athleten alles ab, sodaß auch der Sieger, Tobias Heinig (TSV Altenfurt) die 2-Stunden-Marke knapp verfehlte (2:03:56).

Schon auf den 4. Gesamtplatz lief Felix Hüttner (IfA Nonstop Bamberg), der sich als 13. auf die Laufstrecke machte, hier sehr starke 40:40 lief und sich in 2:15:34 auch den Sieg in der M20 sicherte. Direkt hinter ihm überquerte Christian Schröter (IfA, 2:16:13) die Ziellinie und freute sich über den Sieg in der M35.

Das Damenrennen entschied Laura Zimmermann (SV 05 Würzburg) in starken 2:15:02 für sich, die einzige Bambergerin, Angelika Gaufer (IfA) erreichte bei ihrem Triathlon-Debüt den 8. Platz W35 in 3:06:21.

Auch über die Mitteldistanz (2/80/20) erreichten zwei Bamberger Athleten das Treppchen. Hier siegte Bernd Hagen (Team Arndt) überlegen in 3:44:06. Hannes Melzer, der sich erst vor wenigen Tagen für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizierte, sicherte sich vor allem durch seine 40km/h auf der Radstrecke den 3. Platz M30 in 4:01:10, Klaus Dresel (TV Strullendorf, 4:08:10) belohnte sich für seine Leistung mit dem 2.Platz M40.

Schnellste Bambergerin war Daniela Frank (IfA, 4:56:06, 6.W25), der Sieg ging an Rebecca Fondermann (PSV Bonn Triathlon, 4:15:35).

Weitere Ergebnisse:
Kurztriathlon: Klaus Breitenbach (TV Strullendorf, 2:42:02), Gerhard Wolfschmitt (DJK Gaustadt, 2:44:17), Horst Klaus (DJK, 3:01:02), Gerhard Bauer (TV Strullendorf, 3:15:36), Hendrik Schnoor (IfA, 3:26:55)
Mitteldistanz: Thomas Gurn (IfA, 4:15:06, 8. M35), Christian Waßmuth (IfA, 4:25:59), Alfred Dauer (TV Strullendorf, 4:28:53), Rainer Hümmer (TV Strullendorf, 4:29:46, 6.M50), Uwe Nickel (IfA, 4:34:11), Thomas Kießlinger (IfA, 4:53:33), Holger Beuchler (TDM Bamberg, 5:14:22), Petra Diwok (IfA, 5:31:36) Roland Diwok (IfA, 5:39:49)

Hannes Melzer und Andi Sperber qualifizieren sich für Hawaii/Bericht über den Ironman Frankfurt von Andi Sperber

Am Sonntag den 6. Juli fiel am Langener Waldsee, 12km vor den Toren von Mainhattan, der Startschuss zur Ironman-Europa-Meisterschaft in Frankfurt. Vor den Athleten lag der längste Tag des Jahres mit dem Dreikampf bestehend aus 3,9 km Schwimmen in der besagten Kiesgrube, einem 180 km Einzelzeitfahren durch die südliche Wetterau und einem Marathon zu beiden Seiten des Mains.
Neben knapp 3000 Altersklassen-Sportlern war auch ein kleines aber hochklassiges Profifeld um den amtierenden belgischen Weltmeister, Frederik van Lierde, den Olympiasieger und Langdistanz-Rookie Jan Frodeno und den 2-fachen Weltmeister über die halbe Ironman-Distanz Sebastian Kienle am Start. Amerikanische Profis zogen es vor, sich lieber nicht dem starken Feld europäischer Athleten zu messen, das mit den mehrfachen Ironman Siegern Andreas Raelert, Jan Raphael, dem Schweizer Ronnie Schildknecht und dem Italiener Alessandro Degasperi auch in der Breite sehr gut besetzt war.
Auch unter den Zuschauern wurden Altmeister und Idole wie Timo Bracht und die deutschen Ironman-Sieger Normann Stadler und Faris Al-Sultan gesichtet, das unterstreicht einmal mehr, dass sich der Ironman Frankfurt neben dem Klassiker in Roth und dem Original auf Hawaii zu einem der populärsten Langdistanz-Rennen weltweit entwickelt hat, vor allem von der Zuschauerresonanz her.
Bei den Frauen waren unter anderem die Vorjahres-Siegerin Camille Pedersen und die starken Deutschen Kristin Möller, Katja Konschak und Sonja Taijsich am Start.
Während die Profis um wertvolle Punkte für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft kämpften, hofften auch zahlreiche Altersklassen-Athleten, zu denen auch Hannes Melzer und Andreas Sperber gehörten, auf einen der begehrten 100 Plätze für die Weltmeisterschaft auf Hawaii. Dementsprechend motiviert waren alle beim Start.

Gestartet wurde der Wettbewerb in zwei Startgruppen. Um 06:45 Uhr fiel der Startschuss für die erste Startgruppe, in der sich alle Profis ( 40 Männer / 30 Frauen ) sowie ca. 300 ausgeloste Athleten, unter ihnen auch Hannes Melzer befanden. Andreas Sperber musste mit den restlichen 2500 Athleten noch 15 min. länger auf ihr GO warten, bevor sie um Punkt 07:00 Uhr ins kalte Nass geschickt wurden. Beide zeigten ordentliche Leistungen, Melzer hatte nach 0:57:47h und Sperber nach 0:58:16h wieder festen Boden unter den Füssen. Nun gelangte man über eine steile Sandrampe hinauf zur Wechselzone 1, wo man seine „Badesachen“ ablegen musste und sich fürs Radfahren bereit machen konnte.
Gefahren wurde durch die nördliche Region von Frankfurt bis Friedberg. Der Rundkurs mit insgesamt ca.: 1000 Höhenmetern mit den Anstiegen wie, „The Beast“, „The Hell“, dem Hühnerberg und dem Puplikumsmagneten „Heartbreak Hill“ musste zweimal durchfahren werden, bevor die Athleten ihre Rennmaschinen im Herzen von Frankfurt am Mainkai, einem der vielen tausenden Helfern, übergeben konnten
Umgeben von den vielen Profiathleten konnte Hannes hoch motiviert ans Werk gehen. Er folgte seinem gutem Gefühl und entschied sich zu einem Ritt auf der Rasierklinge, anstelle seinen Pulswerten zu vertrauen. Mit erhöhter Energieaufnahme meisterte er aber auch dies und konnte nach 4:44:17h seine zweite Disziplin beenden. Dies war mit einem Schnitt von 38 km/h die 30-schnellste Radzeit an diesem Tag. Sperber hingegen hielt sich genau an die im Vorfeld gesteckten Vorgaben, wie Puls-, Wattwerte und Nahrungsaufnahme. Ohne ein großes Risiko einzugehen, konnte er mit einem Schnitt von über 37 km/h nach 4:51:42h seine Laufschuhe schnüren.

Zum abschließenden Marathon zeigte der Wettergott sein wahres Können: wolkenloser Himmel und schwüle Temperaturen über 30 Grad, die ohne Fahrtwind doppelt so heiß wirkten. Beim Laufen musste ein Rundkurs mit 10,5 km, viermal durchlaufen werden. Nun hieß es für beide ein gutes Lauftempo aufzunehmen und sich bei jeder der 4 Verpflegungsstellen pro Runde gut mit Isogetränken, Cola und RedBull zu versorgen. Mit kaltem Wasser und Eiswürfeln versuchten beide, ihren Körper möglichst kühl zu halten. Bis zur Halbmarathonmarke waren beide IFA-Athleten noch auf 3-h-Marathon-Kurs. Nun machten sich bei beiden die lange Wettkampfdauer, die körperliche und mentale Ermüdung bemerkbar und es fiel immer schwieriger das angeschlagene Tempo zu halten. Nur die Anfeuerung von Tausenden von Zuschauern, vor allem aber von Familien, Freunden und Bekannten, ließen sie das Ziel nicht aus den Augen verlieren, für das sich beide 7 Monate vorbereitet hatten. Mit einer Laufzeit von 3:10:55h konnte Hannes als 4. der Altersklasse 30-34 sein Rennen beenden. Dies bedeutete mit einer Gesamtzeit von 8:59:00h den 32. Platz in der Gesamtwertung. Während sich Melzer schon im Zielbereich erholen konnte, hatte Sperber noch gute 5 km zu laufen. Andreas hatte immer wieder Gedanken an den Ironman Nizza 2009, bei dem die Temperaturen die 40 Grad Marke erreichten und er nach einem kapitalen Hitzeschlag 2 km vor dem Ziel das Rennen nicht beenden konnte. Mit viel Respekt und hoch konzentriert konnte er den Marathon aber dennoch in 3:15:21h, eine Viertelstunde langsamer als geplant, nach Hause laufen. In der Endabrechnung bedeutete dies in 09:11:06h den 62. Platz in der Gesamtwertung und Platz 8 in der Alterklasse bis 34 Jahre.

Ein Traum geht in Erfüllung
Diesen erfüllten sich beide selbst auf der gnadenlosen Langdistanz: Nach 3,9 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen, konnten sich beide am nächsten Tag bei der Siegerehrung und Slotvergabe ihr Ticket für die Weltmeisterschaften im Oktober auf Hawaii sichern. Beide Leistungen sind umso bemerkenswerter, da Sperber und Melzer voll berufstätig sind. Einige Mitstreiter starten als Profis, viele haben als Studenten mehr zeitliche Freiräume für ihre Trainingsgestalltung.
Der Sieg mit neuem Streckenrekord ging in 7:55:14h an das Geburtstagskind Sebastian Kienle, vor Weltmeister Frederik van Lierde 8:00:25h, dritter wurde Jan Frodeno in 8:07:05h. Bei den Damen gewann Corina Abraham in 8:52:40h gefolgt von Liz Lyles in 8:59:36h und Gina Crawford in 8:58:06h. Beste Deutsche wurde auf Platz 4 Kristin Möller aus Erlangen.
Hannes vertraut für das weitere Training für Hawaii weiter seinem gewohnten Umfeld und Betreuern. Andreas Sperber hingegen möchte nach einer Pause vom Ironman Frankfurt, nochmals neu Trainingsreize setzten und hat sich mit Uwe Dütsch, selbst erfahrener Triathlet, einen kompetenten Trainer an seine Seite geholt. Mit spezieller Laufbekleidung, die die UV-Strahlung vom Körper abhält und die Haut zudem noch kühlt, will sich Sperber vor der Hitze auf Hawaii schützen.
Vielen Dank an allen Sponsoren, Gönnern, Familie, Freunde und Trainingspartnern, ohne die so ein Hobby nicht möglich wäre.